Willkommen

auf meiner Seite Monon e.U. Mein Name ist Inge Patsch und ich arbeite als Social Entrepreneur, Trainer und Berater, mit einem Schwerpunkt auf den Themen nachhaltiges Unternehmertum, interkulturelle Zusammenarbeit, informelle Bildung und IT. Nach einer geradlinigen ersten Karriere als Consultant und Projektmanager im Softwarebereich, hat es mich über ein spätes Studium nach Nepal verschlagen, wo ich seit 2013 verschiedenste Erfahrungen im Bereich Social Business gesammelt haben. Näheres über mich finden Sie hier … 

Was die Monon e.U macht?

Ich habe Monon e.U. 2011 gegründet um eine Organisation zu haben, unter der ich meine verschiedenen Aktivitäten unter einem legalen Dach zu haben. Auch wenn sich die Kernaktivitäten auf Trainings, Consultings, Forschung und Vorträge beschränken, bin ich doch auch interessiert

Hauptprojekte

Das gibt es neues

  • 03 Jan

    soziale und ökologische Auswirkungen messen

    Jede Organisation, jedes Unternehmen, jeder Betrieb besitzt eine soziale Komponente: sie produzieren Dienstleistungen und Güter, sie haben Angestellte und kaufen wiederum Produkte und Dienstleistungen auf dem Markt ein. Ein „asoziales“ Unternehmen gibt es also nicht, sehr wohl jedoch gibt es einen großen Unterschied darin, ob die Auswirkungen positiver oder negativer Natur sind. Die Behauptung, ein Social Business zu sein, also eine Organisation mit vermeintlich starkem und positiven Einfluss auf gewissen Bevölkerungsgruppen, anhand von nachvollziehbaren und standardisierten Meßkritierien zu belegen, hilft für andere aber auch für sich selbst transparent darzustellen, worin denn das Soziale liegt. Da die sozialen Interaktionen eines Betriebes oder einer Organisation komplex sind, können Indikatoren helfen zu erkennen wie weit eine Organisation positive und negative Auswirkungen auf die Gesellschaft hat.

    verschiedene Messinstrumente kurz vorgestellt

    In den vergangenen 10 – 15 Jahren haben sich eine Menge unterschiedlicher Standardberichte herausgebildet.

    GRI-stakeholder_chart

    GRI – Stakeholders

    GRI (Global Reporting Tools): Dieses Berichtswerkzeug hat seinen Ursprung 1997 in der US-amerikanischen Koalition für umweltfreundliche Ökonomie. Der Standard verwendet

    DNK (Deutscher Nachhaltigkeitskodex): wurde 2011 basierend auf dem GRI für mehr Nachhaltigkeit in deutschen Betrieben entwickelt

    SROI – Social Return on Investment:  stelle eine finanzielle Bewertung der Externalitäten (vor allem negative, ökologischen Auswirkungen) eines Unternehmens dar und ist deshalb und aus anderen Gründen als ein sehr eingeschränktes Werkzeug zu sehen.

    UN Global Compact: Ein Berichtsstandard entwickelt von den Vereinten Nationen, der vor allem auf eine qualitative Beschreibung von 10 Prinzipien beruht.

     

    Ich habe mich in den vergangen Jahren mit diesen und anderen Messwerkzeugen auseinander gesetzt. Der überzeugendste und durchdachteste Ansatz scheint mir jedoch die Gemeinwohlbilanz zu sein, aus den folgenden Gründen:

    • Die GWM beginnt bei einem humanitischen Weltbild und probiert nicht wie etwa der SROI ein finanzmathematisches Konzept auf soziale Beziehungen zu übertragen.
    • Der Ansatz wurde von sozial verantwortlichen Unternehmern mitentwickelt. Durch diesen Bottom-Up-Ansatz ist er sehr pragmatisch und an der Alltagsrealität von (sozialen) Unternehmen ausgerichtet.
    • Die Gemeinwohlbilanz ist eingebettet in ein System von Aktivitäten, die zur Nachhaltigkeit beitragen sollen und damit keine Insellösung, der einen losgelösten Bericht erstellt.
    • Das Punktesystem macht die GWÖ für Konsumenten leichter vergleichbar, als rein qualitative, mehrseitige Berichte.
      •  Die Gemeinwohlbilanz misst Aspekte die aus systemischer Sicht (Tragik der Allmende) für eine Nachhaltige Entwicklung einer Gesellschaft wünschenswert wären, die aber in den meisten – auf momentane marktwirtschaftliche Normen ausgelegte Berichtstandards – nicht vorkommen. Etwa den Verzicht auf Zins- und Dividendenzahlung, Punkteabzug beim Einsatz von Dumpingpreisen oder die Berücksichtigung von innerbetrieblichen Einkommensunterschieden oder eines demokratischen Mitspracherechts von Mitarbeitern.
    • 2015 haben 86 % im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss dafür gestimmt, dass die Europäische Kommission die GWÖ einen wichtigen Beitrag zur Etablierung einer europäischen ethischen Marktwirtschaft, die soziale Innovationen, Beschäftigung und Umwelt fördert, betragen kann.

    die Gemeinwohlbilanz

    Ein standardisiertes Instrument zur Messung stellt die Gemeinwohlbilanz  dar, die im Rahmen des Projektes der Gemeinwohlökonomie (siehe Video unten). entwickelt wurde. Insgesamt 17 Indikatoren messen das Verhalten einer Organisation gegenüber Lieferanten (u.a. Wird beim Einkauf auf soziale und umweltverträgliche Rohstoffe geachtet? Wird, wo möglich, lokalen Produkten der Vorzug gegenüber weit gereisten Produkten gegeben?), Mitarbeitern (u.a. wie hoch ist die Einkommensschere innerhalb des Unternehmens? Welches Mitspracherecht haben Mitarbeiter in strategischen Entscheidungen), Kunden & Produkte (u.a. Ist das Produkt auch für einkommensschwächere Kunden zugänglich, ist die Verpackung umweltfreundlich und regt das Produkt zu einem nachhaltigen Konsum an? Werden die Kunden in die Produktentwicklung mit einbezogen?)

    Die Gemeinwohlmatrix

    Die oben angegebene Berührungsgruppen überschneiden sich jeweils mit 5 verschiedenen Grundwerten: Menschenwürde, Solidarität, Ökologische Nachhaltigkeit, Soziale Gerechtigkeit und Demokratische Mitbestimmung & Transparenz. An der Schnittstelle entstehen die verschiedenen Indikatoren, welche wiederum mit Hilfe von Subindikatoren klar bewertet werden können.

    Gemeinwohlmatrix

    Gemeinwohlmatrix

    Spezifische Anforderungen an die Gemeinwohlbilanz für ein Social Business

    Mit der Gemeinwohlbilanz lassen sich die positiven Sozialen Auswirkungen einer Organisation messen. In einem utopischen Szenario, würden alle Social Businesses, jeden Indikator zu 100 % erfüllen. Als sozialorientierte Jungunternehmerin, möchte ich jedoch realistisch bleiben, was die praktische Umsetzung eines solchen Utopie angeht. Deshalb möchte ich ein System vorschlagen, in welchem je nach Social Business Typ verschiedene Indikatoren mehr und andere weniger Relevanz haben.

    Indikatoren mit hoher Relevanz: das Unternehmen sollte 3 Jahre nach Gründung 70 % oder mehr im Durchschnitt haben
    Indikatoren mit mittlerer Relevanz: das Unternehmen sollte 3 Jahre nach Gründung 35 % oder mehr im Durchschnitt haben.
    Indikatoren niedriger Relevanz: für diese Indikatoren gibt es keine Mindestanforderungen, Nach Erreichung der Indikatoren mit hoher und mittlerer Relevanz ist es jedoch durchaus wünschenswert, wenn ein Social Business an der Umsetzung dieser ebenfalls arbeitet.

    Sämtliche Negativkriterien sind selbstverständlich automatisch tabu.

    Type A – Kundenorientierte soziale Unternehmen

    Social Business Typ A - Kundenorientiert

    Social Businesses dieses Types, sollten vor allem auf den auf kundenbezogenen Indikatoren hohe Werte erreichen. Mehr spezifisch sind die Indikatoren mit hoher Relevanz:

    • D1 ethische Kundenbeziehung
    • D2 Solidarität mit Mitunternehmen
    • D4 Soziale Gestaltung der Produkte & Dienstleistung
    • D5 Erhöhung der sozialen & ökologischen Branchenstandards
    • E4 Gemeinwohlorientierte Gewinnverteilung

    die folgende Indikatoren haben eine mittlere Relevanz für Social Businesses dieses Types.

    • A1 ethisches Beschaffungsmanagement (insbesondere die Frage nach sozialen, ökologischen und lokalen Aspekten der Rohmaterialien)
    • B1 ethisches Finanzmanament (insbesondere die Frage der gemeinwohlorientierten Unternehmensfinanzierung der Berührungsgrupppe der Kunden)
    • D3 ökologische Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen

    Type B – Mitarbeiterorientierte soziale Unternehmen

    Social Business Typ B - MitarbeiterorientiertSocial Businesses dieses Types, sollten vor allem auf den auf mitarbeiterbezogene Indikatoren hohe Werte erreichen. Mehr spezifisch sind die Indikatoren mit hoher Relevanz:

    • C1 Arbeitsplatz Qualität und Gleichstellung
    • C2 Gerechte Verteilung der Erwerbsarbeit
    • C4 Gerechte Verteilung des Einkommens
    • C5 Innerbetriebliche Demokratie und Transparenz
    • E 4 Gemeinwohlorientierte Gewinnverteilung

    die folgende Indikatoren haben eine mittlere Relevanz für Social Businesses dieses Types.

    • A1 ethisches Beschaffungsmanagement (insbesondere die Frage nach sozialen, ökologischen und lokalen Aspekten der Rohmaterialien)
    • B1 ethisches Finanzmanament (insbesondere die Frage der gemeinwohlorientierten Unternehmensfinanzierung der Berührungsgrupppe der Mitarbeiter)

    Type C – Lieferantenorientierte Social Businesses

    Typ C - Lieferantenbezogene Social BusinessesSocial Businesses dieses Types, sollten vor allem auf den auf den lieferantenbezogenen Indikatoren sowie auf den Indikatoren die die Gesamten Branche beeinflussen hohe Werte erreichen. Mehr spezifisch sind die Indikatoren mit hoher Relevanz:

    • A1 ethisches Beschaffungsmanagement
    • D5 Erhöhung der sozialen & ökologischen Branchenstandards
    • D2 Solidarität mit Mitunternehmern
    • E4 Gemeinwohlorientierte Gewinnverteilung

    Type D – umweltbewusste Social Busiensses

    Typ D - umweltbezogene Social BusinessesSocial Businesses dieses Types, sollten vor allem auf den auf umweltbezogene Indikatoren hohe Werte erreichen. Mehr spezifisch sind die Indikatoren mit hoher Relevanz:

    • A1 ethisches Beschaffungsmanagement (insbesondere in Hinsicht auf ökologische Standards)
    • C3 Förderung des ökologischen Verhaltens von Mitarbeitern
    • D3 Ökologische Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen
    • E3 Reduktion ökologischer Auswirkungen
    • E4 Gemeinwohlorientierte Gewinnverteilung

    die folgende Indikatoren haben eine mittlere Relevanz für Social Businesses dieses Types:

    • D5 Erhöhung der sozialen & ökologischen Branchenstandards

    Type E – subventionierende Social Businesses

    Typ E - subventionierende Social BusinessSocial Businesses dieses Types, sollten vor allem auf den auf gesellschaftliche bezogene Indikatoren hohe Werte erreichen. Mehr spezifisch sind die Indikatoren mit hoher Relevanz:

    • E1 Sinn und gesellschaftliche Wirkung von Produkten und Dienstleistungen
    • E2 Beitrag zum Gemeinwesen
    • E4 Gemeinwohlorientierte Gewinnverteilung
    • E5 Gesellschaftliche Transparenz und Mitbestimmung
    • C5 Innerbetriebliche Demokratie und Transparenz (die Ausführenden Personen in der geförderten sozialen Einrichtung umschließend)

    die folgende Indikatoren haben eine mittlere Relevanz für Social Businesses dieses Types.

    • A1 ethisches Beschaffungsmanagement
    • C2 Gerechte Verteilung der Erwerbsarbeit
    • E3 Reduktion ökologischer Auswirkungen

    Gemeinwohlmatrix für Nepal

    Basierend auf der Gemeinwohlmatrix habe ich eine vereinfachte Matrix für die Social Business Jungunternehmerworkshops hier in Nepal entworfen (social_impact_assessment_matrix_v4) . Da die Matrix hauptsächlich für Trainigszwecke noch nicht operierende Unternehmen gedacht war, wurde sie einfachheitshalber auf 9 Indikatoren reduziert. Des weiteren haben wir verschiedene Indikatoren auf die lokalen Gegebenheiten angepasst. So wurden etwa in C1 – Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung Ergänzungen im Bezug auf das Vorhandensein von Toiletten generell und geschlechtergetrennten Toiletten im speziellen gemacht, da dies nicht wie in Europa zum allgemeinen Standard gehört.

     Mehr zum Thema

     

    Antje Dewitz – Geschäftsführerin von VAUDE über die Gemeinwohlbilanz Was ist die Gemeinwohlökonomie

     

  • 11 Okt

    Vortrag: Nepal – zwischen kulturellem Reichtum und materieller Armut

    Poster für Nepalvortrag 2016Auch heuer werde ich wieder Vorträge zu meinem Leben und Wirken in Nepal halten. Grob werde ich dabei auf 3 aktuelle Themen eingehe und daneben etwas mehr über Land, Leute und Kultur berichten.

    Seit meinem letzten Heimatbesuch im Juli 2015 hat die Nepalhilfe der VHS mit Hilfe der unzähligen Spenden aus Österreich viele große und kleine Unterstützungsprojekte umgesetzt um den vom Erdbeben betroffenen Familien zu helfen. Im ersten Teil meines Vortrages werde ich genauere Einblicke in diese Aktivitäten geben und auch erzählen, wie die Blockade aus Indien, die uns von September bis März betroffen hat, unsere Arbeiten beeinflusst hat.

    Im zweiten Teil des Vortrages, möchte ich ein paar einzelnen kulturelle Aspekte aber auch politische Fakten des Landes hervorheben, die auf unsere Arbeit Einfluss haben und die teilweise vermutlich

    Abschließend werde ich auch die Aktivitäten unserer beiden permanenten Organisationen VHS Bhaktapur und Career Disha Nepal vorstellen und über unsere Pläne für das nächste Jahr erzählen.

     

     

    Interessierte haben zwei mal die Chance meinen Vortrag zu hören:

    • am 24.10.2016 um 19:00 Uhr im Pfarrsaal Zell am See
    • am 25.10.2016 um 19:00 Uhr im Felberhaus in Bramberg

    Im Anschluss an das Programm gibt es auch heuer wieder kleine Kostproben aus Nepal.

    Der Eintritt ist wie jedes Jahr frei … ich freue mich jedoch über freiwillige Spenden, wenn es euch gefallen hat.

  • 08 Okt

    Vortrag an der Universität Graz

    Am 4. Oktober habe ich in Graz einen Vortrag zum Thema: „Nepal: Zwischen Nachhaltigkeit und Jugendarbeit in der Erwachsenenbildung“ gegeben. Ziel des Vortrages war es den interessierten Zuhörern und Zuhörerinnen einerseits einen etwas anderen Überblick über die aktuelle Situation im Land zu geben und andererseits die Aktivitäten der VHS Bhaktapur sowie von Career Disha Nepal kurz vorzustellen und unter den zuhörenden einen vielleicht neuen Blick auf Länder der sogenannten dritten Welt zu öffnen.

    Inspiriert war der Vortrag dabei teilweise von der Lektüre des Buches „Ändere die Welt“ von Jean Ziegler, in dem er unteranderem zusammenfasst:

    „Für [die generative Soziologie] gibt es weder entwickelte Gesellschaften noch unterentwickelte, noch „Schwellenländer“. Sie bestreiten die Aussage, dass die auf materielle Produktion ausgerichtete Industriegesellschaft mit ihren vielen Werkzeugen und ihrer schnellen Akkumulation allen anderen Gesellschaften überlegen sei.“

    Die darin behandelten Themenfelder reichten von der Gesellschaft, über das Bildungssystem, Migration, den Staat und Infrastruktur in Nepal bis hin zum nur kurz angeschnittenen Thema Entwicklungshilfe. Anschließend gabe es noch einen regen Austausch mit den Zuhörer, großteils Studierende im Bereich Politik und Philosophie.

    Die Idee zu diesem Vortrag kam, als ich im März Prof. Lukas Meyer bei einem Erdbebenseminar kennengelernt habe.Ich möchte mich recht herzlich bei Ihm und der Karl-Franzens Universität in Graz für die Möglichkeit meine Erfahrungen zu teilen bedanken und hoffe auch in Zukunft wieder mal dort Gast sein zu können.