Willkommen

auf meiner Seite Monon e.U. Mein Name ist Inge Patsch und ich arbeite als Social Entrepreneur, Trainer und Berater mit einem Schwerpunkt auf den Themen nachhaltiges Unternehmertum, interkulturelle Zusammenarbeit, informelle Bildung und an der Entwicklung nachhaltige Software, die positive Veränderungen für unsere globale Gesellschaft bringen soll.

Auf einer operativen Ebene arbeite ich dabei in erster Linie mit  (neu entstehenden) nachhaltigen Organisationen und Menschen, die mehr über Nachhaltigkeit lernen möchten.

Auf einer strukturellen Ebene helfe ich Projekten und Organisationen nachhaltige, sozial faire und umweltverträgliche Strukturen zu etablieren, meist mit einem Schwerpunkt auf Softwarelösungen. Die Software und die Prozesse zeichnen sich dabei dadurch aus, dass sie nutzerfreundliche und pragmatisch auf der einen Seite sind und auf der anderen Seite harmonisches und umweltfreundliches Zusammenleben fördern.

Auf der reflektiven Ebene bin ich stehts bemüht, das Gesehene und Erfahrene noch einmal bewusst Revue passieren zu lassen und in Form von Vorträgen, Erfahrungsberichten und wissenschafltlichen Arbeiten bei Konferenzen, Vortragsreihen oder auf Universitäten vorzustellen und zu diskutieren.

neueste Blogeinträge

  • 24 Nov

    Die fünf Social Business Typen

    Social Business Typen

    Während meiner Arbeit mit Start-Ups konnte ich zwei Herangehensweisen an die Entwicklung eines Geschäftsplan für ein Social Business gesehen. Die eine Gruppe macht einen Geschäftsplan nach dem traditionellen Ansatz, also mit einem Fokus auf die wirtschaftlichen Abläufe. Diese Gruppe läuft dabei dann oft Gefahr den eigentlichen gemeinwohlorientierten Zweck der Organisation aus den Augen zu verlieren: Geschäftspläne sind in der Regel gut entwickelt im Bezug auf den Produktionsprozess, die Produkte und die Marketing Strategie. Es fehlt aber of die kritische Auseinandersetzung mit den tiefgreifenden sozialen Auswirkungen. Werden die komplexen Zusammenhänge zwischen Menschen auf die pure ökonomische Transaktion reduziert limitiert das meist das Veränderungspotential, dass ein Social Business mit sich bringt.

    Die andere Gruppe von Gründern setzt sich mit dieser Komplexität schon von Anfang an auseinander. Diese laufen jedoch oft Gefahr von der Komplexität dessen, was getan werden sollte überwältigt zu werden: demokratische Arbeitsplatzgestaltung, Produktionsprozesse in denen alles wiederverwertet und nichts weggeworfen wird (engl: cradle-to-cradle), sozialverträgliche Preisgestaltung, umweltfreundliche Distributionskanäle und vieles mehr. Wenn man versucht all das von Anfang gemeinsam mit einen finanziell stabilen Budget und oftmals limitierten Ressourcen abzudecken, führt das oft zu einem Realtitätschock und einer Demotivation.

    Social Business Typen können nun beiden Typen von Gründern helfen, mit dieser Komplexität in jeder Phase der Gründung umzugehen. Die Kategorisierung hilft dabei sich auf die für das grundlegende soziale Problem wesentlichen Aspekte zu konzentrieren und zeigt die Aspekte auf, in denen eine Social Business von Anfang an brillieren sollte, um den Titel Social Business zu verdienen. Seinen Social Business Type zu kennen hilft zur gleichen Zeit auch die Bereiche zu erkennen in denen ein nachhaltigeres Verhalten zwar wünschenswert aber nicht essentiell ist um die gewünschte Veränderung zu bringen.

    Basierend auf der Theorie der Gemeinwohlökonomie und deren Fokus auf Berührungsgruppen sowie Kim Alter’s Social Enterprise Typology habe ich ein einfach zu verstehendes Gerüst von 5 Social Business Typen geschaffen. Die 5 Social Business Typen definieren sich in erster Linie dadurch, auf welche Zielgruppe sie Bemühungen fokussieren. Ein Social Business zeichnet sich nach vielen Autoren (Yunus, Alter) dadurch aus, dass es in erster Linie missionszentriert ist. In anderen Worten: im Vordergrund steht das Ziel, die Situation einer bestimmten sozialen Gruppen zu verbessern, welche ich im Folgenden Begünstigte nennen möchte. Der primäre Unterschied zwischen den Social Business Typen ist also die Art und Weise wie diese Begünstigten in die Prozesse der Organisation eingebunden werden oder –  in den Worten der Gemeinwohlökonomie – welcher Berührungsgruppe die Begünstigten in dem (zukünftigen) Social Business angehören.

    Typ A – kundenorientiertes Social Business

    Social Business Typ A - Kundenorientiert

    Der erste Type, Typ A kundenorientiertes Social Business fokussiert sich auf eine Zielgruppe, welche die von der Organisation produzierten Produkte oder Dienstleistungen benutzt. in Anspruch nimmt oder in anderer Form konsumiert. Diese Gruppe, welche ich der Einfachheit halber im folgenden Kunden nenne, wird nicht nur direkt durch den Konsum des Produktes beeinflusst, sondern auch indirekt darüber, wann, wo und in welcher Form sie Zugang zu diesen Produkten und Dienstleistungen haben, wie diese ggf. verpackt sind und ob die Verpackung wieder zurückgegeben werden kann, ob dieses Produkt fundamentale Bedürfnisse befriedigt und in wie fern der Konsum dessen, einen nachhaltigen und gesunden Lebensstil fördert.

    Der Fokus liegt auf der Gerechtigkeit bzw. den Personen, also auf dem sozialen Aspekt, der eine intakte Umwelt benötigt und wiederum Grundlage für ökonomische Nachhaltigkeit ist.

    Zusammengefasst: in einem kundenorientierten Social Business ist das Ziel, dass man durch die Zurverfügungstellung von Produkten oder Dienstleistungen einen positiven Einfluss auf die Lebenssituation der Kunden (oder dessen Familienangehörigen im Falle von Kindern etwa) hat oder deren Probleme verringert oder löst. Vor allem im globalen Süden sind in einem solchen Social Business die Kunden oft aus einkommensschwachen Gruppen und Ziel der Organisation ist es, diese Familien bei einer grundlegenden Bedürfnisbefriedigung zu unterstützen. Das Thema Bedürfnisbefriedigung und grundlegende menschliche Bedürfnisse beschreibt Max-Neef mit seinem Ansatz zu den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen sehr gut.

    Ein Typ A Social Business bezieht sich dabei auf die soziale Dimension von Nachhaltigkeit macht diese soziale Dimension zum Kernelement ihres Wesens.

    Typ B – mitarbeiterorientierte Social Business

    Der zweite Typ, Typ B mitarbeiterorientiertes Social Business, fokussiert sich auf die Angestellten, Arbeiter und bis zu einem gewissen Grad auch die arbeitenden Gesellschafter oder Genossenschafter einer Organisation. Kurz gesagt, jeder der seinen Lebensunterhalt damit verdient seine Arbeitszeit und Arbeitskraft (nicht das Produkt seiner Arbeit, das wäre dann Typ C) dem entsprechenden Social Business zur Verfügung zu stellen. Die (positiven) Auswirkungen eines Social Business lassen sich dabei nicht auf die finanziellen Transaktionen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer reduzieren sondern konstituieren sich auch über die Gestaltung der Arbeitszeit, der möglichen Einbindung in Entscheidungsprozesse, der Arbeitsplatzsicherheit (im doppelten Bedeutungsinn), durch Ausbildungsmöglichkeiten und vielem mehr.

    Während Typ A Social Businesses die Zielgruppe also über den Verkauf von Produkten an diese erreichen möchte, probiert ein Typ B Social Business deren Lebenslage über deren Anstellung zu verbessern. Dies bedeutet nicht, dass jede Organisation, die jemanden anstellt, automatisch ein Typ B Social Business ist. Um zu argumentieren, dass ein Social Business ein Typ B Social Business ist, sollte man etwa Gruppen einstellen, die ansonsten schwer eine Anstellung finden würden oder die Mitarbeiter in einem weit über dem sektoralen Standard liegender Weise in Entscheidungsprozesse sowie Gewinnverteilung einbinden. Oft wenn wir von ersterem Ansatz ausgehen, muss man davon ausgehen, dass man die Geschäftsprozesse entsprechend auf die Anforderungen der Arbeitnehmer anpassen muss, wie etwa spezielle Trainings einzuplanen (im Falle von unterqualifizierten Arbeitskräften) oder Arbeitszeiten oder den Arbeitsplatz auf deren Bedürfnisse anpassen muss (z.B. wenn man sich auf etwa alleinerziehende Frauen oder sehbehinderte Menschen einbindet).

    Ein Typ B Social Business bezieht sich dabei wie Type A auf die soziale Dimension von Nachhaltigkeit.

    Typ C – lieferantenorientiertes Social Business

    graphic_intermediary_model_enDieser dritten Gruppe von Social Businesses gehören all die Organisationen an, deren Fokus auf der Verbesserung der Lage der Lieferanten von Rohmaterialien, Produkten oder Dienstleistungen liegt. Auch hier ist nicht jedes Unternehmen, das Güter oder Dienstleistungen von Lieferanten bezieht, automatisch ein Typ C Social Business. Ähnlich wie beim mitarbeiterorientierten Social Business zeichnet sich ein solches Social Business dadurch aus, dass es mit gefährdeten oder nicht so starken Zielgruppen arbeitet, also Kleinbauern oder anderen Kleinbetrieben, die auf Grund ihrer Größe oftmals nicht so wettbewerbsfähig und damit gefährdet sind, von größen Abnehmern ausgebeutet zu werden. Eine Unterkatorie sind Social Businesses die zwar mit größeren Lieferanten arbeiten, welche aber wiederum solche benachteiligte Gruppen anstellen. In beiden Fällen sollte ein Social Business dieses Typs sich durch Standards auszeichnen, welche klar über dem des Sektors liegen und darüber hinaus eine engere Lieferantenbeziehung zeigen als ein normaler Betrieb.

    Die erste Gruppe von Typ C Social Businesses beschäftigt sich vor allem mit der sozialen Situation der Kleinlieferanten (Kleinbauern) und pflegt über bessere Vernetzung, Trainings und ähnliche Maßnahmen mit diesen einen weit über die finanziellen Transaktionen hinausgehenden Kontakt. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass diese Kategorie in den wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern des globalen Südens dominiert , wo es viele Kleinstbauern ohne das notwendige kaufmännische Know-How gibt. Die zweite Kategorie, welche man überwiegend in den Industriestaaten findet, sind Produktionsbetriebe, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, handelsübliche Güter sozial und ökologisch nachhaltiger zu produzieren. Bei dieser Kategorie kommt es oft zu einer Mischform zwischen Type C und Typ D Social Business.

    Typ C Social Businesses fokussieren sich auf die soziale sowie die ökologische Dimension von Nachhaltigkeit von den Lieferanten, wobei vor allem bei der ersten Kategorie der Fokus auf soziale Aspekte überwiegt.

    Typ D – ökologisch orientiertes Social Business

    Type_D_environment_enDie vierte Gruppe von Social Businesses lässt sich weniger über eine partikuläre Personengruppe definieren, sondern darüber, dass ökologische Aspekte im Vordergrund liegen und damit alle von einer gesünderen Umwelt bzw. weniger Umweltverschmutzung profitieren.

    Einige Social Businesses dieses Types könnte man damit beschreiben, dass diese an der Basis angesiedelt sind. Deren Ansatz ist es eine höhere Umweltfreundlichkeit dadurch zu erreichen, zurück zum Ursprung zu gehen: Insgesamt weniger und wenn dann vermehrt lokale und saisonale Rohstoffe (lokale produzierte Kekse des Bäckers eher als industriell gefertigt, Repair-Cafés) oder überhaupt gleich neue und nachhaltigere Geschäftsmodelle zu entwickln (wie etwa die Idee von Foodcoops als Alternative zum Supermarktgemüse).

    Wieder andere Typ D Social Businesses setzen bei ihren Lösungen zu höherer Umweltfreundlichkeit auf Technologie. Einige arbeiten daran die Ressourcen mittels Internetplattformen besser zu verteilen und effizienter zu nutzen (z.B. sharing plattformen) während wieder andere neuen Maschinen oder Werkzeuge erfinden, um die oftmals unnachhaltigen Mechanismen der dominanten Wirtschaft zu umgehen (Fairphone oder  Livin Farms).

    Der Fokus liegt auf der Umwelt bzw. dem Planten, welche die Grundlage für Nachhaltigkeit auf anderen Ebenen ist

    Während die anderen vier Typen von Social Businesses sich auf den sozialen Aspekt der Nachhaltigkeit fokussieren (vgl Ayers), fokussiert sich dieser Typus von Social Business in erster Linie auf die Umwelt bzw. den Planeten. Ressourcenschonendere Produktionen, Vermeidung von Abfall und ein Vorantreiben von nachhaltigen Lebensstilen, welche den ökologischen Fußabdruck der Kunden verringern, stehen im Vordergrund bei solchen Organisationen.

    In der Praxis sind viele umweltorientierte Social Businesses oft Mischtypen in denen eine Kundenorientierung (Type A) oder etwa eine Lieferantenorientierung (Typ C) mit den ökologischen Aspekten kombiniert wird.

    Typ E – gemeinwohlorientiertes Social Business (oder subventionsorientierte Social Businesses)

    Type_E_graphic_service_subization_enDiese letzte Gruppe bezieht sich auf Social Businesses, welche die intendierte Zielgruppe nicht in den normalen Geschäftsprozess einbinden können oder wollen, aber sich in einer Notsituation befinden und Zugang zu sozialen Dienstleistungen oder bestimmten Gütern brauchen. Diese Gruppen zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie weder über Kaufkraft noch über Arbeitskraft verfügen, mit welcher sie an dem Prokutions- oder Konsumzyklus teilnehmen könnten, wie etwa Kinder oder körperlich stark behinderte Personen.

    Bei einem Type E Social Business wird ein profitabler (aber natürlich sozial verträglicher) Betrieb etabliert (z.B. ein Restaurant) und betrieben. Die monatlichen Profite werden zur Gänze (!) in (Re-)Investitionen in den Betrieb sowie die Querfinanzierung von sozialen Aktivitäten gesteckt. Transparenz und demokratische Strukturen die sicherstellen, dass die Gelder fair eingesetzt werden sind das A und O eines solche gemeinwohlorientierten Social Business. Dieses Geschäftsmodell findet sich vermehrt in den Ländern in denen es keinen Wohlfahrtsstaat oder ähnliche sozialdemokratische Einrichtungen gibt, die solche Aufgaben über Umverteilung von Ressourcen abdecken.

  • 03 Jan

    soziale und ökologische Auswirkungen messen

    Jede Organisation, jedes Unternehmen, jeder Betrieb besitzt eine soziale Komponente: sie produzieren Dienstleistungen und Güter, sie haben Angestellte und kaufen wiederum Produkte und Dienstleistungen auf dem Markt ein. Ein „asoziales“ Unternehmen gibt es also nicht, sehr wohl jedoch gibt es einen großen Unterschied darin, ob die Auswirkungen positiver oder negativer Natur sind. Die Behauptung, ein Social Business zu sein, also eine Organisation mit vermeintlich starkem und positiven Einfluss auf gewissen Bevölkerungsgruppen, anhand von nachvollziehbaren und standardisierten Meßkritierien zu belegen, hilft für andere aber auch für sich selbst transparent darzustellen, worin denn das Soziale liegt. Da die sozialen Interaktionen eines Betriebes oder einer Organisation komplex sind, können Indikatoren helfen zu erkennen wie weit eine Organisation positive und negative Auswirkungen auf die Gesellschaft hat.

    verschiedene Messinstrumente kurz vorgestellt

    In den vergangenen 10 – 15 Jahren haben sich eine Menge unterschiedlicher Standardberichte herausgebildet.

    GRI-stakeholder_chart

    GRI – Stakeholders

    GRI (Global Reporting Tools): Dieses Berichtswerkzeug hat seinen Ursprung 1997 in der US-amerikanischen Koalition für umweltfreundliche Ökonomie. Der Standard verwendet

    DNK (Deutscher Nachhaltigkeitskodex): wurde 2011 basierend auf dem GRI für mehr Nachhaltigkeit in deutschen Betrieben entwickelt

    SROI – Social Return on Investment:  stelle eine finanzielle Bewertung der Externalitäten (vor allem negative, ökologischen Auswirkungen) eines Unternehmens dar und ist deshalb und aus anderen Gründen als ein sehr eingeschränktes Werkzeug zu sehen.

    UN Global Compact: Ein Berichtsstandard entwickelt von den Vereinten Nationen, der vor allem auf eine qualitative Beschreibung von 10 Prinzipien beruht.

     

    Ich habe mich in den vergangen Jahren mit diesen und anderen Messwerkzeugen auseinander gesetzt. Der überzeugendste und durchdachteste Ansatz scheint mir jedoch die Gemeinwohlbilanz zu sein, aus den folgenden Gründen:

    • Die GWM beginnt bei einem humanitischen Weltbild und probiert nicht wie etwa der SROI ein finanzmathematisches Konzept auf soziale Beziehungen zu übertragen.
    • Der Ansatz wurde von sozial verantwortlichen Unternehmern mitentwickelt. Durch diesen Bottom-Up-Ansatz ist er sehr pragmatisch und an der Alltagsrealität von (sozialen) Unternehmen ausgerichtet.
    • Die Gemeinwohlbilanz ist eingebettet in ein System von Aktivitäten, die zur Nachhaltigkeit beitragen sollen und damit keine Insellösung, der einen losgelösten Bericht erstellt.
    • Das Punktesystem macht die GWÖ für Konsumenten leichter vergleichbar, als rein qualitative, mehrseitige Berichte.
      •  Die Gemeinwohlbilanz misst Aspekte die aus systemischer Sicht (Tragik der Allmende) für eine Nachhaltige Entwicklung einer Gesellschaft wünschenswert wären, die aber in den meisten – auf momentane marktwirtschaftliche Normen ausgelegte Berichtstandards – nicht vorkommen. Etwa den Verzicht auf Zins- und Dividendenzahlung, Punkteabzug beim Einsatz von Dumpingpreisen oder die Berücksichtigung von innerbetrieblichen Einkommensunterschieden oder eines demokratischen Mitspracherechts von Mitarbeitern.
    • 2015 haben 86 % im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss dafür gestimmt, dass die Europäische Kommission die GWÖ einen wichtigen Beitrag zur Etablierung einer europäischen ethischen Marktwirtschaft, die soziale Innovationen, Beschäftigung und Umwelt fördert, betragen kann.

    die Gemeinwohlbilanz

    Ein standardisiertes Instrument zur Messung stellt die Gemeinwohlbilanz  dar, die im Rahmen des Projektes der Gemeinwohlökonomie (siehe Video unten). entwickelt wurde. Insgesamt 17 Indikatoren messen das Verhalten einer Organisation gegenüber Lieferanten (u.a. Wird beim Einkauf auf soziale und umweltverträgliche Rohstoffe geachtet? Wird, wo möglich, lokalen Produkten der Vorzug gegenüber weit gereisten Produkten gegeben?), Mitarbeitern (u.a. wie hoch ist die Einkommensschere innerhalb des Unternehmens? Welches Mitspracherecht haben Mitarbeiter in strategischen Entscheidungen), Kunden & Produkte (u.a. Ist das Produkt auch für einkommensschwächere Kunden zugänglich, ist die Verpackung umweltfreundlich und regt das Produkt zu einem nachhaltigen Konsum an? Werden die Kunden in die Produktentwicklung mit einbezogen?)

    Die Gemeinwohlmatrix

    Die oben angegebene Berührungsgruppen überschneiden sich jeweils mit 5 verschiedenen Grundwerten: Menschenwürde, Solidarität, Ökologische Nachhaltigkeit, Soziale Gerechtigkeit und Demokratische Mitbestimmung & Transparenz. An der Schnittstelle entstehen die verschiedenen Indikatoren, welche wiederum mit Hilfe von Subindikatoren klar bewertet werden können.

    Gemeinwohlmatrix

    Gemeinwohlmatrix

    Spezifische Anforderungen an die Gemeinwohlbilanz für ein Social Business

    Mit der Gemeinwohlbilanz lassen sich die positiven Sozialen Auswirkungen einer Organisation messen. In einem utopischen Szenario, würden alle Social Businesses, jeden Indikator zu 100 % erfüllen. Als sozialorientierte Jungunternehmerin, möchte ich jedoch realistisch bleiben, was die praktische Umsetzung eines solchen Utopie angeht. Deshalb möchte ich ein System vorschlagen, in welchem je nach Social Business Typ verschiedene Indikatoren mehr und andere weniger Relevanz haben.

    Indikatoren mit hoher Relevanz: das Unternehmen sollte 3 Jahre nach Gründung 70 % oder mehr im Durchschnitt haben
    Indikatoren mit mittlerer Relevanz: das Unternehmen sollte 3 Jahre nach Gründung 35 % oder mehr im Durchschnitt haben.
    Indikatoren niedriger Relevanz: für diese Indikatoren gibt es keine Mindestanforderungen, Nach Erreichung der Indikatoren mit hoher und mittlerer Relevanz ist es jedoch durchaus wünschenswert, wenn ein Social Business an der Umsetzung dieser ebenfalls arbeitet.

    Sämtliche Negativkriterien sind selbstverständlich automatisch tabu.

    Type A – Kundenorientierte soziale Unternehmen

    Social Business Typ A - Kundenorientiert

    Social Businesses dieses Types, sollten vor allem auf den auf kundenbezogenen Indikatoren hohe Werte erreichen. Mehr spezifisch sind die Indikatoren mit hoher Relevanz:

    • D1 ethische Kundenbeziehung
    • D2 Solidarität mit Mitunternehmen
    • D4 Soziale Gestaltung der Produkte & Dienstleistung
    • D5 Erhöhung der sozialen & ökologischen Branchenstandards
    • E4 Gemeinwohlorientierte Gewinnverteilung

    die folgende Indikatoren haben eine mittlere Relevanz für Social Businesses dieses Types.

    • A1 ethisches Beschaffungsmanagement (insbesondere die Frage nach sozialen, ökologischen und lokalen Aspekten der Rohmaterialien)
    • B1 ethisches Finanzmanament (insbesondere die Frage der gemeinwohlorientierten Unternehmensfinanzierung der Berührungsgrupppe der Kunden)
    • D3 ökologische Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen

    Type B – Mitarbeiterorientierte soziale Unternehmen

    Social Business Typ B - MitarbeiterorientiertSocial Businesses dieses Types, sollten vor allem auf den auf mitarbeiterbezogene Indikatoren hohe Werte erreichen. Mehr spezifisch sind die Indikatoren mit hoher Relevanz:

    • C1 Arbeitsplatz Qualität und Gleichstellung
    • C2 Gerechte Verteilung der Erwerbsarbeit
    • C4 Gerechte Verteilung des Einkommens
    • C5 Innerbetriebliche Demokratie und Transparenz
    • E 4 Gemeinwohlorientierte Gewinnverteilung

    die folgende Indikatoren haben eine mittlere Relevanz für Social Businesses dieses Types.

    • A1 ethisches Beschaffungsmanagement (insbesondere die Frage nach sozialen, ökologischen und lokalen Aspekten der Rohmaterialien)
    • B1 ethisches Finanzmanament (insbesondere die Frage der gemeinwohlorientierten Unternehmensfinanzierung der Berührungsgrupppe der Mitarbeiter)

    Type C – Lieferantenorientierte Social Businesses

    Typ C - Lieferantenbezogene Social BusinessesSocial Businesses dieses Types, sollten vor allem auf den auf den lieferantenbezogenen Indikatoren sowie auf den Indikatoren die die Gesamten Branche beeinflussen hohe Werte erreichen. Mehr spezifisch sind die Indikatoren mit hoher Relevanz:

    • A1 ethisches Beschaffungsmanagement
    • D5 Erhöhung der sozialen & ökologischen Branchenstandards
    • D2 Solidarität mit Mitunternehmern
    • E4 Gemeinwohlorientierte Gewinnverteilung

    Type D – umweltbewusste Social Busiensses

    Typ D - umweltbezogene Social BusinessesSocial Businesses dieses Types, sollten vor allem auf den auf umweltbezogene Indikatoren hohe Werte erreichen. Mehr spezifisch sind die Indikatoren mit hoher Relevanz:

    • A1 ethisches Beschaffungsmanagement (insbesondere in Hinsicht auf ökologische Standards)
    • C3 Förderung des ökologischen Verhaltens von Mitarbeitern
    • D3 Ökologische Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen
    • E3 Reduktion ökologischer Auswirkungen
    • E4 Gemeinwohlorientierte Gewinnverteilung

    die folgende Indikatoren haben eine mittlere Relevanz für Social Businesses dieses Types:

    • D5 Erhöhung der sozialen & ökologischen Branchenstandards

    Type E – subventionierende Social Businesses

    Typ E - subventionierende Social BusinessSocial Businesses dieses Types, sollten vor allem auf den auf gesellschaftliche bezogene Indikatoren hohe Werte erreichen. Mehr spezifisch sind die Indikatoren mit hoher Relevanz:

    • E1 Sinn und gesellschaftliche Wirkung von Produkten und Dienstleistungen
    • E2 Beitrag zum Gemeinwesen
    • E4 Gemeinwohlorientierte Gewinnverteilung
    • E5 Gesellschaftliche Transparenz und Mitbestimmung
    • C5 Innerbetriebliche Demokratie und Transparenz (die Ausführenden Personen in der geförderten sozialen Einrichtung umschließend)

    die folgende Indikatoren haben eine mittlere Relevanz für Social Businesses dieses Types.

    • A1 ethisches Beschaffungsmanagement
    • C2 Gerechte Verteilung der Erwerbsarbeit
    • E3 Reduktion ökologischer Auswirkungen

    Gemeinwohlmatrix für Nepal

    Basierend auf der Gemeinwohlmatrix habe ich eine vereinfachte Matrix für die Social Business Jungunternehmerworkshops hier in Nepal entworfen (social_impact_assessment_matrix_v4) . Da die Matrix hauptsächlich für Trainigszwecke noch nicht operierende Unternehmen gedacht war, wurde sie einfachheitshalber auf 9 Indikatoren reduziert. Des weiteren haben wir verschiedene Indikatoren auf die lokalen Gegebenheiten angepasst. So wurden etwa in C1 – Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung Ergänzungen im Bezug auf das Vorhandensein von Toiletten generell und geschlechtergetrennten Toiletten im speziellen gemacht, da dies nicht wie in Europa zum allgemeinen Standard gehört.

     Mehr zum Thema

     

    Antje Dewitz – Geschäftsführerin von VAUDE über die Gemeinwohlbilanz Was ist die Gemeinwohlökonomie

     

  • 11 Okt

    Vortrag: Nepal – zwischen kulturellem Reichtum und materieller Armut

    Poster für Nepalvortrag 2016Auch heuer werde ich wieder Vorträge zu meinem Leben und Wirken in Nepal halten. Grob werde ich dabei auf 3 aktuelle Themen eingehe und daneben etwas mehr über Land, Leute und Kultur berichten.

    Seit meinem letzten Heimatbesuch im Juli 2015 hat die Nepalhilfe der VHS mit Hilfe der unzähligen Spenden aus Österreich viele große und kleine Unterstützungsprojekte umgesetzt um den vom Erdbeben betroffenen Familien zu helfen. Im ersten Teil meines Vortrages werde ich genauere Einblicke in diese Aktivitäten geben und auch erzählen, wie die Blockade aus Indien, die uns von September bis März betroffen hat, unsere Arbeiten beeinflusst hat.

    Im zweiten Teil des Vortrages, möchte ich ein paar einzelnen kulturelle Aspekte aber auch politische Fakten des Landes hervorheben, die auf unsere Arbeit Einfluss haben und die teilweise vermutlich

    Abschließend werde ich auch die Aktivitäten unserer beiden permanenten Organisationen VHS Bhaktapur und Career Disha Nepal vorstellen und über unsere Pläne für das nächste Jahr erzählen.

     

     

    Interessierte haben zwei mal die Chance meinen Vortrag zu hören:

    • am 24.10.2016 um 19:00 Uhr im Pfarrsaal Zell am See
    • am 25.10.2016 um 19:00 Uhr im Felberhaus in Bramberg

    Im Anschluss an das Programm gibt es auch heuer wieder kleine Kostproben aus Nepal.

    Der Eintritt ist wie jedes Jahr frei … ich freue mich jedoch über freiwillige Spenden, wenn es euch gefallen hat.

  • 08 Okt

    Vortrag an der Universität Graz

    Am 4. Oktober habe ich in Graz einen Vortrag zum Thema: „Nepal: Zwischen Nachhaltigkeit und Jugendarbeit in der Erwachsenenbildung“ gegeben. Ziel des Vortrages war es den interessierten Zuhörern und Zuhörerinnen einerseits einen etwas anderen Überblick über die aktuelle Situation im Land zu geben und andererseits die Aktivitäten der VHS Bhaktapur sowie von Career Disha Nepal kurz vorzustellen und unter den zuhörenden einen vielleicht neuen Blick auf Länder der sogenannten dritten Welt zu öffnen.

    Inspiriert war der Vortrag dabei teilweise von der Lektüre des Buches „Ändere die Welt“ von Jean Ziegler, in dem er unteranderem zusammenfasst:

    „Für [die generative Soziologie] gibt es weder entwickelte Gesellschaften noch unterentwickelte, noch „Schwellenländer“. Sie bestreiten die Aussage, dass die auf materielle Produktion ausgerichtete Industriegesellschaft mit ihren vielen Werkzeugen und ihrer schnellen Akkumulation allen anderen Gesellschaften überlegen sei.“

    Die darin behandelten Themenfelder reichten von der Gesellschaft, über das Bildungssystem, Migration, den Staat und Infrastruktur in Nepal bis hin zum nur kurz angeschnittenen Thema Entwicklungshilfe. Anschließend gabe es noch einen regen Austausch mit den Zuhörer, großteils Studierende im Bereich Politik und Philosophie.

    Die Idee zu diesem Vortrag kam, als ich im März Prof. Lukas Meyer bei einem Erdbebenseminar kennengelernt habe.Ich möchte mich recht herzlich bei Ihm und der Karl-Franzens Universität in Graz für die Möglichkeit meine Erfahrungen zu teilen bedanken und hoffe auch in Zukunft wieder mal dort Gast sein zu können.