Masterarbeit: Potentiale eines sozialen Netzwerks für kulturelle Gruppen in ländlichen Gebieten

Diese Masterarbeit (Sprache Englisch) habe ich im Rahmen meines Masterstudiums Cultural Productions bei Wissenschaft & Kunst unter der Supervision von Monika Mokre from ÖAW geschrieben. Der Kooperationsschwerpunkt Wissenschaft und Kunst ist eine Zusammenarbeit der Paris Lodron Universität und der Universität Mozarteum

Zusammenfassung

Dieses Masterarbeit beschäftigt sich mit der Frage: welche Rolle können Social Media Netzwerke spielen, wenn es darum geht die Situation von existierenden kulturellen Gruppen im ländlichen Bereich zu verbessern.

In diesem Zusammenhang definiere ich kulturelle Gruppen als eine Gruppe von Personen, welche miteinander über ein gemeinsames Themeninteresse kommunizieren. In der Arbeit werden Soziale Medien nicht nur hinsichtlich der technischen Infrastruktur und organisatorischen Anforderung sondern auch im Hinblick auf deren soziale Bedeutung und ihren Einfluss auf gruppendynamische Prozesse und existierende soziale Systeme analysiert.

Als methodischen Rahmen habe ich das Modell der institutionellen Analyse von Roger Hollingsworth gewählt. Dieses Modell bietet einen Rahmen für die Analyse von sozialen Fragestellungen auf 5 Ebenen und erlaubt damit eine sozio-ökonomische und sozio-politische Betrachtungsweise und umfasst die Analyse von einer abstrakten Ebene der Normen hin zu spezifischen Organisationen und deren Produkte.

Kapitel 2 definiert anhand dieses Models, was im Rahmen der Fallstudie als Kultur verstanden wird und mit welchen Aspekten der Kultur sich die Arbeit befasst, nämlich der Kultur die wir als Freizeitaktivität betrachten und welche zumeist vom dritten Sektor produziert wird. Das Kapitel schließt mit einer Analyse von sozialen Netzwerken mittels der institutionellen Analyse von Hollingsworth. Es zeigt sich dabei klar, dass soziale Netzwerke sowohl in der Entwicklung sowie in der Instrumentalisierung Grenzen unterliegen. In Vertiefung dieses Aspekts diskutiere ich einerseits welche Organisationen normalerweise soziale Netzwerke betreiben und weiters, welche Prozesse von sozialen Gruppen in sozialen Netzwerken reproduziert und mit Hilfe derer optimiert werden können.

Im Kapitel 3 wird der Rahmen, in dem die in Kapitel 4 beschriebene Fallstudie zu verstehen ist, näher beschrieben. Es beginnt mit einer kurzen Beschreibung der allgemeinen Situation im Pinzgau, wie dessen wirtschaftlicher Status und die Bildung in der Bevölkerung und analysiert im Anschluss den Status Quo der kulturellen Institutionen basierend auf Hollingsworths theoretischem Model. Dabei beginnt die Analyse auf der ersten Ebene der Werte und Normen und diskutiert die dominanten Charakteristiken der im Kulturbereich aktiven Personen im Pinzgau. Auf der zweiten Ebene werden politische sowie ökonomische Strukturen, welche die verschiedenen Formen von „kulturellen Produktionen“ beeinflussen, diskutiert gefolgt von einem Überblick über die aktiven, kulturellen Organisationen in der Region. Kapitel 3 schließt mit einem Überblick über die Herausforderungen und Probleme des Kultursektors in der Region, wie Finanzierungsprobleme, die Beziehung zwischen Kultur und dem Tourisumus, die Zufriedenheit mit den Möglichkeiten, sowie sozial indizierten Zugangsbarrieren zu kulturellen Angeboten.

Kapitel 4 beginnt mit einer ausführlichen Beschreibung des konzipierten sozialen Netzwerkes IBinPinzgau, dessen Idee es ist, ein Onlinetreffpunkt für ansässige Künstler, kreativ Tätige und Kulturinteressierte der Region zu schaffen. Nach der allgemeinen Beschreibung gebe ich meine Erfahrungen als Betreiber dieser Plattform wieder und diskutiere Herausforderungen und Risiken anhand von spezifischer Beispiele und versuche anhand theoretischer Modelle eine Erklärung dafür zu liefern.

Abschließend werden die in Kapitel 3 erarbeiteten Herausforderungen des Kultursektors in der Region wieder aufgegriffen und in drei Kategorien geteilt: (a) diese, die durch das etablierte Netzwerk gelöst werden können, (b) jene, die durch andere soziale Netzwerke gelöst werden und (c) diejenigen, welche außerhalb der digitalen Welt gelöst werden müssen. In Kürze: Soziale Netzwerke können die Verbindungen zwischen Einzelpersonen verbessern und als Knotenpunkt für Aufmerksamkeit sorgen. Dennoch wird kein soziales Netzwerk Probleme lösen können, welche den momentanen Verteilungsstukturen und der benachteiligten Informationslage bzw. ungleicher Einbindung in Entscheidungsprozessen entspringen. Für Letztere kann ein soziales Netzwerk im besten Fall eine ergänzend unterstützende Maßnahme sein, aber nicht die Lösung selbst.

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Sie können die Arbeit (auf Englisch) im Nachfolgenden herunterladen:

MASTER THESIS Social Media