Nepal

2012 im Jänner hat es mich zum ersten Mal nach Nepal verschlagen. Es war nicht mein erstes Mal in Asien, aber das erste Mal, dass ich nicht als klassischer Tourist unterwegs war. Im Rahmen der Schulungen die ich durchführte, lernte ich die enorme Motivation und positive Lebenseinstellung der Nepalesen kennen und war sofort davon inspiriert.

in our office in CDN

Im Verlauf der letzten Jahre habe ich gemeinsam mit den Leuten vor Ort verschiedenste Strukturen geschaffen und teilweise mein Wissen vermittelt und eingebracht. Bei jeder Begegnung war und ist es mir jedoch wichtig auch zu lernen. Anfangs war es eher intuitiv und später dann gestützt auf vielen Gesprächen und Literatur, dass wir (Europäer) den Nepalesen Zugang zu Technologie und ähnliche nützliches Fachwissen näher bringen können, wir im Gegenzug aber vieles von dem Gemeinswesen in Nepals Gesellschaft ihrer Widerstandskraft (Resilience), der naturnahen Lebenseinstellung und dem de-materialisierten Lebensstiel lernen können.

Entsprechend betrat ich Nepal: als Lehrling und Meister zugleich. Bei all meinen Aktivitäten und Projekte fragte ich mich und meine Partner erst: gibt eine (potentiell) funktionierende lokale Lösung für dieses Problem? Wie wurde dieses Problem vor der Öffnung Nepals in den 1950ern gelöst und habe in vielen Gesprächen Nepalesen auch ermutigt an lokale Lösungen zu glauben und nicht immer nur nach den Lösungen aus dem vermeintlich glorreichen Westen zu streben. Dennoch habe ich immer versucht die Balance zu wahren und die Realität der verschiedensten Gruppen ohne eine romantisierend-verklärende Brille zu betrachten.

Zu den traditionellen Ansätzen welche es wert sind bewahrt und reaktiviert zu werden gehört die soziale Absicherung durch das so genannte Ghutti, die medizinische Versorgung durch Amchi’s Kanchenpa’s und Duerra-Pa, die Integration von Yoga-Praxis in den Alltag zur Gesundheitsvorsorge und die omnipräsente Selbstversorgung mit Lebensmittel und die gemeinschaftsbildenden Erntezeiten und –feste, welche die Gemeinschaft sowohl im Zusammenhalt als auch in ihrer lokalen Unabhängigkeit stärken und gleichzeitig ressourenschonender und umweltfreundlicher sind als unsere westlichen landwirtschaftlichen Modelle.

Wo es aber neuer Strukturen bedarf um mit den Entwicklungen des 21sten Jahrhunderts Schritt zu halten und neuen Anforderungen eine globalisierten und digitalisierten Welt gerecht zu werden, war ich froh mein in Europa erworbenes Wissen einzubringen und die Initiativen in Nepal mit führenden Institutionen in Europa zu vernetzen. Entsprechend hoffe ich mit Nepal Social Business, Career Disha Nepal und der VHS gemeinsam mit jungen und innovative Nepalesen Institutitonen gegründet zu haben, in welchen eine Fusionierung nepalesischer Ansätze und neuer Technologien und Methoden stattfindet und in denen junge Nepalesen ihre eigene Zukunft gestalten können.